
Was bei Heuschnupfen im Körper passiert
Frühling, Sonne, die ersten warmen Tage – eigentlich die schönste Zeit des Jahres. Doch bei vielen Menschen beginnt jetzt die Leidenszeit: Die Nase läuft, die Augen tränen, das Atmen fällt schwer. Was steckt dahinter? Heuschnupfen ist keine „harmlose Erkältung“, sondern eine Überreaktion des Immunsystems auf eigentlich harmlose Pollen.

Was ist eine Allergie überhaupt?
Eine Allergie ist eine übertriebene Abwehrreaktion des Körpers auf Stoffe aus der Umwelt, die für die meisten Menschen völlig ungefährlich sind – etwa Pollen, Tierhaare oder Nahrungsmittel.
Das Immunsystem verwechselt diese Stoffe mit gefährlichen Eindringlingen und fährt eine ganze Abwehrarmee auf: Antikörper, Botenstoffe, Entzündungszellen. Das Ergebnis sind Juckreiz, Niesen, Schwellungen – also typische Allergiesymptome.
Phase 1: Die Sensibilisierung – der Körper „merkt“ sich die Pollen
Beim allerersten Kontakt mit Pollen bemerkt man meist noch nichts. Im Hintergrund laufen aber bereits wichtige Prozesse ab:
Diese IgE‑Antikörper binden sich wie kleine Fahnen an die Oberfläche von Mastzellen – Zellen, die überall in den Schleimhäuten sitzen, also auch in Nase, Augen und Bronchien.
Ab jetzt gilt: Der Körper ist sensibilisiert – er hat die Pollen „kennengelernt“ und reagiert beim nächsten Kontakt deutlich schneller und heftiger.
Phase 2: Die Sofortreaktion – wenn die Mastzellen Alarm schlagen
Beim nächsten Pollenkontakt reicht oft ein kurzer Aufenthalt im Freien, und die Symptome sind innerhalb von Minuten da. Das passiert:
Zu den freigesetzten Botenstoffen gehören vor allem:
So entstehen die typischen Sofortsymptome des Heuschnupfens: Niesattacken, wässrige Nasensekretion, verstopfte Nase, juckende Augen und Gaumen.
Phase 3: Spätphase – wenn die Entzündung länger bleibt
Mehrere Stunden nach der Sofortreaktion folgt oft eine zweite Welle, die sogenannte Spätphase:
Für Betroffene bedeutet das:
Genau hier setzt eine konsequente Therapie an: Sie soll nicht nur Symptome dämpfen, sondern auch diese chronische Entzündung bremsen.
Von der Nase in die Bronchien: der „Etagenwechsel“
Allergische Rhinitis (Heuschnupfen) und allergisches Asthma hängen eng zusammen. Viele Menschen mit Heuschnupfen entwickeln im Laufe der Zeit zusätzlich Beschwerden in den Bronchien:
Man spricht dann vom „Etagenwechsel“ – die Entzündung steigt von den oberen Atemwegen (Nase) in die unteren Atemwege (Lunge) hinab.
Heuschnupfen ernst zu nehmen und früh zu behandeln, kann helfen, das Risiko für einen solchen Etagenwechsel zu senken.
Warum bekommen manche Menschen Allergien – und andere nicht?
Ob jemand Allergien entwickelt, ist ein Zusammenspiel aus:

„Für Betroffene ist wichtig: Allergien sind keine „Einbildung“. Hinter den Symptomen steckt ein klar nachvollziehbarer Ablauf im Immunsystem – und genau dort kann moderne Therapie ansetzen. Lesen Sie den Artikel über Behandlungsmöglichkeiten und fragen Sie gerne unser Fachpersonal in der Apotheke“
Sheila Richter
Apothekerin
